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05.08.2026

Das erstes Treffen des Bündnisses findet am 22. September statt. Kritik an NATO-Aufrüstung, Wehrpflicht & Sozialabbau. Mobilisierung gegen die SIKO 2027 in München.

1. Treffen des Antisikobündnis am 22.09.2025, 19.00 Uhr im EineWeltHaus, Raum 211/212

"Militärische Sicherheit" führt uns sicher zum Ruin und nicht in eine lebenswerte Welt. Daher hoffen wir, dieses Jahr ganz besonders viele und auch neue Gruppen in unserem Bündnis zu vereinen.

Liebe Kriegsgegner*innen und Friedensfreund*innen,

Während die internationale Ordnung rasant erodiert und völkerrechtswidrige Kriege zunehmen, baut Europa seine militärischen Kapazitäten in nie dagewesenem Maße aus. Bereits jetzt verfügt es über die 2-3fache militärische Stärke Russlands und jede weitere Aufrüstung erhöht die Gefahr eines Krieges und damit auch eines Atomkrieges. Offen wird darüber gesprochen, dass Deutschland Führungsmacht werden soll. Dafür soll die Wehrpflicht wiedereingeführt und Deutschland im Sinne des Operationsplans kriegstüchtig gemacht werden.

Gleichzeitig verstärken die EU und ihre Mitgliedsstaaten die Repression im Inneren gegenüber Kritiker*innen dieses Kurses unter Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze.

Den Preis zahlen wir alle - hier und in ganz Europa - durch einen massiven Abbau des Sozialstaats, höhere Steuern, schlechtere öffentliche Leistungen und einer sich verschärfenden Klima- und Umweltkrise. Hinzu kommen die Repressionen gegenüber Kriegsgegner*innen, dabei insbesondere gegenüber unseren politischen Freunden aus den aktuellen Kriegsgebieten. Doch den größten Preis müsste unsere Jugend bezahlen, wenn der Zwangsdienst zum Töten und getötet werden nicht aufgehalten wird.

Weder die Aushöhlung der Demokratie, die Aufrüstung und den damit verbundenen Sozialstaatsabbau noch die Wehrpflicht wollen und können wir hinnehmen.

Stattdessen fordern wir eine Politik im Sinne einer Friedenlogik, die Abrüstung, Diplomatie und die Bekämpfung von Fluchtursachen in den Fokus nimmt.

Doch diese Politik kann, wie die Geschichte gezeigt hat, nicht von einem Militärbündnis wie der NATO umgesetzt werden. Daher eint uns auch die Ablehnung der NATO.

Wir mobilisieren gegen die sogenannte Sicherheitskonferenz (SIKO), die vom 12. bis 14. Februar 2027 in München stattfinden wird.

Die NATO-Staaten geben dort den Ton an. Ihnen geht es um die Sicherung der strategischen Vormachtstellung westlicher kapitalistischer Staaten und ihrer Konzerne, nicht um die Sicherheit der Menschen, weder hier noch anderswo auf der Welt.

Bitte diskutiert in Euren Gruppen, ob Ihr dieses Jahr dabei seid und wen ihr als Vertreter/-in entsendet. Wir freuen uns über neue Ideen und konstruktive Beiträge:

Mit friedlichen Grüßen

Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus: i.A. Walter Listl
Münchner Friedensbündnis: i.A. Brigitte Obermayer, Micha Amiri

Rüstungsmetropole
Rüstungsmetropole
21.06.2026

München inszeniert sich gerne als leuchtende Metropole der Lebensqualität, geprägt von Alpenpanorama, Laptop und Lederhosen. Das Münchner Rathaus kleidet sich pazifistisch mit der Flagge „Mayors for Peace“. Doch abseits dieser Postkartenidylle vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel: Die bayerische Landeshauptstadt mutiert im Schatten geopolitischer Krisen rasant zur heimlichen Rüstungshauptstadt Europas. Was von Politik, Wirtschaft und Universitäten als notwendiger Schritt zur „technologischen Souveränität“ gefeiert wird, birgt bei genauerem Hinsehen massive moralische, gesellschaftliche und handfeste lokale Risiken.

Die Zahlen mögen Investoren erfreuen: Ein Drittel des deutschen Venture-Capitals fließt mittlerweile nach München. Die Technische Universität München (TUM) und Initiativen wie der „MSC Startup Hub“ verknüpfen Wissenschaft, Kapital und Militär auf beispiellose Weise. Unter dem Deckmantel glänzender Buzzwords wie „Deep-Tech“, „Dual-Use“ oder „purpose-driven“ wird die Rüstungsproduktion gesellschaftlich salonfähig gemacht. Junge Gründer geben vor, nicht vom Krieg zu profitieren, sondern lediglich die Demokratie verteidigen zu wollen. Doch diese linguistische Weichzeichnung verschleiert die nackte Realität: Im Kern geht es um Technologien – von KI-Zielerfassung bis zu Drohnenschwärmen –, die das Zerstören und Töten effizienter machen.

Dass Rüstung nicht nur aus sterilen Software-Algorithmen besteht, zeigt sich im Münchner Norden brutal analog. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS, Produzent des Leopard 2, plant in Allach eine gigantische Erweiterung. Auf 16 Hektar wertvoller Naturfläche – dem Äquivalent von 22 Fußballfeldern – sollen neue Produktionshallen entstehen, um die explodierende Nachfrage zu bedienen. Die von Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) unterstützte Maßnahme bringt zwar Arbeitsplätze, doch der Preis für die Anwohner ist immens.

Schon jetzt lässt der tieffrequente Lärm der Panzerteststrecke das Geschirr in den Schränken der direkten Nachbarn klirren. Die neue Expansion droht die Infrastruktur völlig zu überlasten; ein Verkehrskollaps auf der schmalen Ludwigsfelder Straße scheint vorprogrammiert. Zudem wird der Naturschutz rücksichtslos industriellen Profitinteressen geopfert: Vom Aussterben bedrohte Arten wie die Wechselkröte müssen der städtischen Aufrüstung weichen.

Weit gravierender als Lärm und Stau ist jedoch die sicherheitspolitische Dimension. Eine gigantische Panzerschmiede mitten in einer Millionenstadt macht München im Ernstfall zwangsläufig zu einem primären militärischen Ziel. Zu Recht verweisen Kritiker auf das humanitäre Völkerrecht, das militärische Objekte in dicht besiedelten Gebieten scharf verurteilt. Schon heute rückt der Standort verstärkt ins Fadenkreuz internationaler Spionage. Gleichzeitig fehlt es der Stadtkrone an den grundlegendsten Zivilschutzkonzepten, was die Anwohner völlig ungeschützt zurücklässt.

München steht am Scheideweg. Die unkritische Transformation vom zivilen Hightech-Standort zur Waffenschmiede bringt zwar kurzfristige Renditen und vermeintliches politisches Prestige, verkauft aber langfristig die Seele der Stadt. Wer Panzerlärm über Lebensqualität priorisiert und seine eigenen Bürger derart offensichtlichen militärischen Gefahren aussetzt, verliert genau das, was München einst so lebenswert machte. Aufrüstung darf kein städtisches Entwicklungskonzept sein.

Zivilklausel eingeklagt
Zivilklausel einge…
26.03.2026

Das Bayerische Verfassungsgericht hat am 3. März 2026 die gesetzlich verankerte Kooperationspflicht von Hochschulen mit der Bundeswehr für nichtig erklärt und damit die Wissenschaftsfreiheit nachhaltig gestärkt. Die Richter entschieden, dass der Freistaat Bayern seine Universitäten nicht zur Zusammenarbeit mit militärischen Einrichtungen zwingen darf, selbst wenn die Landesregierung dies im Interesse der nationalen Sicherheit für geboten hält. Eine solche Verpflichtung verstoße nicht nur gegen die Autonomie der Hochschulen, sondern auch gegen das Grundgesetz, da die Landesverteidigung allein in die Zuständigkeit des Bundes falle. Ein allgemeines, freiwilliges Kooperationsgebot bleibt hingegen zulässig.

Gleichzeitig wies das Gericht alle weiteren Einwände einer Popularklage ab, die von einem Bündnis aus Wissenschaft, Studierenden und Friedensorganisationen eingereicht worden war. Das im bayerischen Hochschulinnovationsgesetz verankerte Verbot sogenannter Zivilklauseln wurde ausdrücklich als rechtmäßig bestätigt. Zivilklauseln sind hochschulinterne Richtlinien, die Forschung ausschließlich auf zivile Zwecke beschränken. Nach Auffassung des Gerichts sichern diese Klauseln nicht die Unabhängigkeit der Forschenden, sondern behindern diese eher. Das gerichtliche Verbot zwinge niemanden zur Militärforschung, garantiere aber das Recht der Wissenschaftler, ihre Erkenntnisse freiwillig auch für militärische Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Das Urteil wird von beiden Streitparteien als Erfolg gewertet. Die Kläger begrüßen den Wegfall des Kooperationszwangs als elementaren Sieg für die freie Wissenschaft. Vertreter der Staatsregierung betonen hingegen, dass das Gesetz im Kern bestätigt worden sei. Wissenschaftsminister Markus Blume erklärte, der gekippte Zwang habe in der Praxis ohnehin kaum Relevanz, da die bayerischen Hochschulen aus eigener Überzeugung heraus mit der Truppe kooperieren würden.

Tatsächlich hat das gerichtlich bestätigte Verbot von Zivilklauseln in Bayern vorerst vor allem symbolischen Charakter, da derzeit keine Hochschule im Freistaat eine solche Beschränkung anwendet. Dennoch entfaltet die Entscheidung eine überregionale Signalwirkung. Sie zieht klare juristische Grenzen gegen eine staatliche Instrumentalisierung der Forschung, entzieht der Landesregierung die Definitionsmacht über den militärischen Ernstfall und belässt die Entscheidung über Kooperationen in der Eigenverantwortung der Universitäten.

Mehr Aktuelles

Unser Programm

Die Demo gegen die Sicherheitskonferenz gibt’s schon ewig, deshalb ist der Ablauf jedes Jahr ähnlich. Der Protest ist immer am Samstag des Siko-Wochenendes. Für gewöhnlich starten wir am Karlsplatz/Stachus mit der Auftakt-Kundgebung, danach kommt die sogenannte Umzingelung und am Ende treffen sich alle zur Abschluss-Kundgebung auf dem Marienplatz. Genauso ist es bei der Friedenskonferenz – die läuft immer am Freitag. Aber leider gibt’s auch viele, die uns Steine in den Weg legen, deshalb ändert sich öfter mal was.

Der Protest ist immer am Samstag des Siko-Wochenendes. Für gewöhnlich starten wir am Karlsplatz/Stachus mit der Auftakt-Kundgebung, danach kommt die sogenannte Umzingelung und am Ende treffen sich alle zur Abschluss-Kundgebung auf dem Marienplatz.

Unsere Positionen

Wofür wir stehen
  • Gegen Kriegspolitik und Aufrüstung
  • Gegen Rassismus und Nationalismus
  • Gegen Entrechtung von Flüchtlingen
  • Gegen Ausbeutung und Unterdrückung
  • Für Frieden und Abrüstung
  • Für soziale Gerechtigkeit
  • Für Solidarität mit allen Völkern
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Selbstverständnis

Das Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz arbeitet auf antifaschistischer Grundlage und wendet sich entschieden gegen nationalistische, militaristische, völkische, rassistische, homophobe, antisemitische oder rechtspopulistisch-islamophobe Inhalte. Gruppen, die mit Organisationen, die oben genannte Inhalte vertreten, regelmäßig und organisiert zusammen arbeiten, können nicht Mitglied im Bündnis sein. Der Kampf um Frieden und gegen Krieg und Aufrüstung ist seinem Wesen nach international. Darum weisen wir Tendenzen und Äußerungen im Sinne der hier genannten ideologischen Richtungen schärfstens zurück und schließen Menschen und Organisationen, die oben genannte Inhalte in Wort, Schrift und/oder Bild verbreiten von unserer Versammlung aus. Außerdem bitten wir, bei unseren Versammlungen das Mitführen von Nationalstaatsflaggen zu unterlassen. Unsere Proteste werden von Menschen verschiedenster ethnischer Herkunft, Hautfarbe, weltanschaulicher, politischer, kultureller und sexueller Orientierung getragen. Niemand von ihnen darf diskriminiert werden.